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Unternehmertestament

Das Testament eines Unternehmers ist wesentlicher Bestandteil jeder Betriebsnachfolge.

EINZELTESTAMENT, GEMEINSCHAFTLICHES TESTAMENT, ERBVERTRAG

Die letztwillige Regelung der Unternehmensnachfolge kann durch Einzeltestament, gemeinschaftliches Testament oder auch Erbvertrag erfolgen. Die Errichtung eines gemeinschaftlichen Testaments ist ausschließlich Ehegatten vorbehalten. Erbverträge kommen z.B. in Betracht, wenn sich der Nachfolger im Gegenzug für die Erbeinsetzung zu einer lebzeitigen Leistung verpflichtet oder wenn ein weichender Erbe einen Pflichtteilsverzicht erklären soll. Ehegattentestamente und insbesondere Erbverträge verursachen jedoch regelmäßig die Bindung des Unternehmers an seine letztwillige Verfügung und schränken dadurch seine Verfügungsfreiheit und Testierfreiheit hinsichtlich des Unternehmens ein!

FORM DES TESTAMENTS

Ein Testament ist formwirksam, wenn es vollständig eigenhändig (handschriftlich) verfasst oder notariell beurkundet wurde. Gleiches gilt für ein gemeinschaftliches Ehegattentestament. Erbverträge bedürfen dagegen stets der notariellen Beurkundung. Der Entwurf des letzten Willens sollte durch den mit der Unternehmensnachfolge befassten Rechtsanwalt und Steuerberater erfolgen.

ERBEINSETZUNG & VERMÄCHTNIS

Während der Erbe das gesamte Vermögen oder (bei mehreren Miterben) einen Bruchteil des gesamten Vermögens des Unternehmers erhält, hat der Vermächtnisnehmer einen schuldrechtlichen Anspruch gegen den oder die Erben auf übertragung des Vermächtnisgegenstandes. In vielen Fällen ist es sinnvoll, das Unternehmen oder Geschäftsanteile im Wege des Vermächtnisses weiter zu geben. Auch einem Erben kann – vorab – ein (Voraus-)Vermächtnis zugewendet werden. Auch die Versorgung der übrigen Familienmitglieder kann dadurch gesichert werden, indem der Nachfolger mit entsprechenden Vermächtnissen (z.B. Rentenzahlung aus dem Betriebsgewinn) belastet wird.

AUFLAGEN

Zur Steuerung der Unternehmensnachfolge kann der Erblasser den Nachfolger im Testament Auflagen erteilen. Z.B. kann er bestimmen, dass der Unternehmenserbe, wenn er innerhalb eines bestimmten Zeitraums den Betrieb oder Geschäftsanteile verkauft, einen Teil des Veräußerungserlös an andere Angehörige abgeben muss.

PFLICHTTEILS- UND AUSGLEICHSANSPRÜCHE

Die größte Belastung für das Unternehmen und den Unternehmensnachfolger im Erbfall stellen oft Pflichtteils- und Ausgleichsansprüche weichender Miterben dar. Diese Risiken können nicht nur durch lebzeitige Gestaltung der Übergabe sondern auch durch eine geschickte testamentarische Regelung minimiert werden. Mehr Infos und Beratung zum Thema Pflichtteil und Enterbung

TESTAMENTSVOLLSTRECKUNG

Für den Unternehmer gibt es vielfach Veranlassung Testamentsvollstreckung anzuordnen. Häufiger Grund ist die Entlastung des Nachfolgers bei der Abwicklung des Erbfalls, insbesondere bei der Erfüllung von Vermächtnissen und Auflagen und bei der Abgabe der Erbschaftsteuererklärung. Ist der (potentielle) Nachfolger noch minderjährig oder noch in der Ausbildung, bietet sich die Einsetzung eines Dauertestamentsvollstreckers an, der die Geschäfte des Unternehmens führt, bis der Nachfolger dazu in der Lage ist. Mehr Infos und Beratung zum Thema Testamentsvollstreckung

ABSTIMMUNG MIT GESELLSCHAFTSVERTRÄGEN

Das Testament eines Unternehmers muss unbedingt mit bestehenden Gesellschaftsverträgen abgestimmt werden. Bei einer GmbH, KG oder GbR gibt es regelmäßig Regelungen zur Erbfolge. So ergibt sich nicht selten bei der Planung der Unternehmensnachfolge die Notwendigkeit, den Gesellschaftsvertrag anzupassen. Hierbei muss dann gegebenenfalls auf die Mitwirkung weiterer Gesellschafter hingewirkt werden.