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Testamentsvollstreckung

Gerade im Bereich der Unternehmensnachfolge kann die Testamentsvollstreckung ein sinnvolles Instrument sein. Dies gilt z.B. dann, wenn die Erben noch minderjährig sind, ihre Ausbildung noch nicht abgeschlossen haben oder aus einem anderen Grund für die Führung des Unternehmens (noch) nicht geeignet sind. Außerdem kann die Einsetzung eines fähigen Testamentsvollstreckers in der schweren Phase des Übergangs auf die Erben geboten sein und auch Streit zwischen den Erben vermeiden.

ABWICKLUNGSTESTAMENTSVOLLSTRECKUNG UND DAUERTESTAMENTSVOLLSTRECKUNG

Unterschieden wird zwischen der Abwicklungstestamentsvollstreckung und der Dauertestamentsvollstreckung. Während der Abwicklungsvollstrecker (gesetzlicher Normalfall) lediglich die vom Erblasser testamentarisch angeordneten Verfügungen umsetzt, also z.B. das Unternehmen oder einen Anteil auf einen Vermächtnisnehmer überträgt, soll der Dauertestamentsvollstrecker das Unternehmen weiterführen. Die Anordnung der Dauertestamentsvollstreckung ist nicht unbegrenzt möglich und wird mit Ablauf von 30 Jahren unwirksam (zeitliche Beschränkung). Gerade die Dauertestamentsvollstreckung ist ein sehr weitreichender Eingriff in den Erbfall und sollte unbedingt mit allen Konsequenzen vorab geprüft und eingehend besprochen werden.

DER TESTAMENTSVOLLSTRECKER

Die für den Erblasser wichtigste Aufgabe im Rahmen der Anordnung der Testamentsvollstreckung ist die Auswahl des Testamentsvollstreckers. Zum Testamentsvollstrecker sollte nicht nur ein Vertrauensverhältnis bestehen; er sollte unbedingt auch über fundierte rechtliche, steuerliche und unternehmerische Kenntnisse und Erfahrungen verfügen. Hierdurch wird der Kreis der potentiellen Testamentsvollstrecker sehr eingeschränkt, so dass rechtzeitig ein geeigneter Kandidat gesucht werden sollte. Mit diesem ist seine spätere Aufgabe unbedingt zu besprechen und dabei auch seine unbedingte Bereitschaft zur Übernahme des Amtes zu klären.

TESTAMENTSVOLLSTRECKUNG UND GESELLSCHAFTSRECHT

Nicht nur die erbrechtlichen Rahmenbedingungen sind bei der Testamentsvollstreckung zu beachten. Die Schnittstelle zum Gesellschaftsrecht ist hier sehr komplex und es hängt insbesondere von der Rechtsform des Unternehmens ab, ob und in welchem Umfang die Testamentsvollstreckung überhaupt möglich und sinnvoll ist. Die gesellschaftsrechtlichen Probleme sollten daher schon zu Beginn einer Beratung geprüft werden und gegebenenfalls die notwendigen Änderungen – z.B. im Gesellschaftsvertrag – vorgenommen werden. Hier ist neben dem Rechtsanwalt/Fachanwalt für Erbrecht auch der Rechtsanwalt/Fachanwalt für Gesellschaftsrecht gefordert und eine interdisziplinär funktionierende Gestaltung zu finden.