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Überblick Erbschaftsteuer, Schenkungsteuer

BEWERTUNG VON PRIVATVERMÖGEN UND BETRIEBSVERMÖGEN

Die Bewertung aller Vermögensarten erfolgt nunmehr grundsätzlich zum Verkehrswert. Bewertungen zum Steuerbilanzwert eines Unternehmens gehören der Vergangenheit an. Entscheidend ist  also der Wert den ein Käufer für das konkrete Unternehmen zahlen würde. Bei Beteiligungen von Personen- und Kapitalgesellschaften wird man gegebenenfalls einen Wert aus Verkäufen, die weniger als ein Jahr vor dem Besteuerungszeitpunkt zurückliegen, heranziehen können. Fehlen solche Vergleiche, also im Normalfall, ist das Ertragswertverfahren oder eine andere anerkannte, auch im gewöhnlichen Geschäftsverkehr übliche Methode anzuwenden. Entscheidend ist stets, welchen Kaufpreis ein Erwerber für das Einzelunternehmen, die Freiberuflerpraxis oder den Gesellschaftsanteil zahlen würde.

 

PERSÖNLICHE FREIBETRÄGE UND STEUERTARIFE

Die persönlichen Steuerfreibeträge der Beschenkten und Erben betragen für

  • Ehegatten: 500.000 Euro
  • Kinder und Stiefkinder: 400.000 Euro
  • Enkelkinder: 200.000 Euro
  • Eltern (nur im Erbfall): 100.000 Euro
  • Sonstige Erwerber: 20.000 Euro

Neben diesen persönlichen Freibeträge genießen nahe Angehörige zudem noch besondere Versorgungsfreibeträge. Bei Ehegatten beträgt dieser 256.000 Euro und Kinder – abhängig vom Alter bis zu 52.000 Euro.
Die Steuertarife betragen für

  • Ehegatten, Kinder, Enkel, Eltern (im Erbfall): 7% – 30%
  • Geschwister, Neffen, Nichten: 15% bis 43%
  • Sonstige Erwerber: 30% – 50%

 

AUSNAHMEN UND BEFREIUNGEN VON DER ERBSCHAFTSTEUER UND SCHENKUNGSTEUER

Das Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz enthält zahlreiche Ausnahmen und Steuervergünstigungen. Die im Bereich der Unternehmensnachfolge wichtigste Regelung ist die mögliche Verschonung von Betriebsvermögen aufgrund § 13a und § 13b ErbStG.

Alle wichtigen Informationen zu diesen Vergünstigungen bei Betriebsvermögen lesen Sie hier: Erbschaftsteuer bei Betriebsvermögen

Ein weiterer wichtiger Vergünstigungstatbestand besteht für Immobilien, die zu Wohnzwecken vermietet sind. Diese werden nur mit 90 Prozent ihres Verkehrswertes für die Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer herangezogen. Die Wohnimmobilie des Erblassers, die von der Ehefrau weiter genutzt wird, bleibt steuerfrei, bei Kindern gilt dies vizu zu einer Wohnfläche von 200 qm. Auch die lebzeitige Übertragung des Familienheims, also der von den Ehegatten genutzten Wohnimmobilie, bleibt – unabhängig vom Wert – von der Schenkungsteuer befreit.

Darüber hinaus gibt es u.a. bestimmte Steuerbefreiungen für Hausrat, bewegliche Gegenstände, Gelegenheitsgeschenke und Zuwendungen für Unterhalt bzw. Ausbildung. Ebenfalls steuerfrei bleiben alle Zuwendungen zugunsten von gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken.

Weitere Informationen und Beratung zum Bereich Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer